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Geschichte

Geschichte

 

Volksstämme vor der Zeitrechnung hatten in dieser Region keinen besonderen Wohnsitz. Erst als sich germanische Stämme zu Verbänden zusammenschlossen, kam es zu feste Ansiedelungen. Im 2. und 3. Jahrhundert bildete sich der Stammverband der Thüringer. Daraus ging das Königreich der Thüringer hervor, das zwischen Elbe, Harz und Main lag.

 

Feste Grenzen gab es nicht. Unser östliches Gebiet war nur sehr schwach besiedelt.
Im Jahre 531 wurde das königliche Heer der Thüringer von den verbündeten Franken und Sachsen vernichtend geschlagen. Slawische Siedler dagegen drangen ein und gründeten Siedlungen. Diese Stämme nannten sich Serben. Nachdem sich die Deutschen gegenüber den Serben stärker durchsetzten konnten, begannen die deutschen Siedler um 1100 Wildwälder zwischen Geraha (Elstergau Gera) und Plisni (Plubengau) zu roden, um Siedlungen anzulegen. Die auf -walde, -hein, -bach, -dorf, -stedt und -hausen endenden Ortsnamen gehören zu diesen Spätsiedelungen.


So hat sich Braunichswalde aus einer deutschen Spätsiedelung auf Rodeland entwickelt. Die Siedler bekamen eine, zwei oder drei Hufe Land (eine Hufe ca. 8 ha) Und errichteten beiderseits des Baches ihre Höfe. Die ersten Siedler haben sich im Bereich des Unterdorfes in der Nähe der jetzigen evangelischen Kirche niedergelassen.


Braunichswalde ist vom deutschen Personennamen Bruno abgeleitet. Die Änderungin Braunichswalde war eine Klangform in Anpassung an den Ortsnamen wie Mannichswalde zum Personennamen Mannicho. Von Braunichswalde wird erstmals 1307 berichtet, wo man von einer "Villa Brunswalde" schreibt. Der Name des Ortes muss sich mehrfach geändert haben, in Schriften aus verschiedenen Zeiten findet man Brawswalde, Brunia silvia, Brunswalde, Braunswalde und andere Namen. Erst im 19. Jahrhundert wird "Braunswalde" in das heutige "Braunichswalde" umbenannt. Braunichswalde war der Gerichtsbarkeit des Rittergutes Gauern zugeordnet. Dort mussten auch die Frondienste geleistet werden. In den verschiedenen Epochen wird stets von einer armen Bewohnerschaft geschrieben, die meistens vom Handwerk lebten, aber auch die Bauern hatten ein schweres Los mit den kargen Böden, von denen sie sich ernähren mussten. 1845 hatte Barunichswalde 503 Einwohner, 87 Wohnungen, 23 Bauerngüter und eine bedeutende Zahl Handwerker, vorwiegend Maurer.


Einen eigenen Pfarrer hatte die Gemeinde nie. Die Zugehörigkeit zum Pfarramt Rückersdorf ist nachweislich bis ins 16. Jahrhundert bekannt. Das genaue Baujahr der Kirche kann nicht nachgewiesen werden. Es ist davon auszugehen, dass mit einem kleinen Bauwerk begonnen wurde und dieses stetes Erweiterungen erfahren hat. So wurde zum Beispiel 1713 das Kirchenschiff verlängert. Im Jahre 1857 hat man die zweite Empore angelegt und nochmals das Kirchenschiff erhöht. Die erste Orgel wurde 1775 angeschafft und bereits 1877 durch die jetzige ersetzt. Bis 1828 war der Begräbnisplatz im Kirchgarten und wurde dann aus Platzmangel auf den jetzigen Platz verlegt, wo man 1851 bereits die erste Erweiterung vornehmen musste.


Bis zum Jahre 1841 mussten die Kinder nach Rückersdorf zur Schule gehen, was besonders im Winter schwierig war. Das erste zweiklassige Schulgebäude in Braunichswalde war das damals neu errichtet Haus Nummer 23 ( jetzt Pfeffer ). Im Jahre 1899 wurde eine größere Schule, das jetzige Ärztehaus, errichtet ( Einweihung 1900 ). Seit 1992 gehen die Kinder wieder nach Rückersdorf in die Grundschule, nach Seelingstädt in die Regelschule bzw. nach Gera ins Gymnasium.


Im ersten Weltkrieg ( 1914 - 1918 ) sind 40 Männer und im zweiten Weltkrieg (1939 -1945 ) 45 Männer aus dem Ort ums Leben gekommen. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen viele Heimatvertriebne aus den Orten nach Barunichswalde und haben hier ihre zweite Heimat gefunden.


1958 haben sich die Orte Braunichswalde und Vogelgesang zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Die Gemeinde Braunichswalde mit dem OT Vogelgesang ist aus der Geschichte heraus mit starkem Gewerbe und Handwerk besetzt gewesen und hat für umliegende Orte gearbeitet.


Die Landschaft hatte eine nicht so bedeutungsvolle Rolle wie in anderen Dörfern. Durch die Entstehung der Großbetriebe in der DDR in der Landwirtschaft kam der Sitz der LPG nach Braunichswalde und es wurden große Stalleinheiten, auch in Braunichswalde, errichtet. Als ein besonderes negatives Resultat hat sich die Bergbautätigkeit der Wismut für unseren Ort ausgewirkt.


Von 1950 - 1990 hat der Wismutbergbau den Ort stark geprägt. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 haben sich die Sanierungsarbeiten der Wismutanlagen begonnen. Seit 1990 entwickelte sich die Gemeinde zu einem attraktiven Wohn- und Gewerbestandort.


Seit 01. Juli 1994 gehört Braunichswalde zum Landkreis Greiz. Im Jahr 1996 erreichte Braunichswalde den 1.Platz im Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft !" - in der Sonderklasse und 1998 die Silberplakette im 19. Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft !".


Die Gemeinde hat jetzt 625 Einwohner, eine Gemarkungsfläche von 517 ha und weist eine gute Infrastruktur im Ort aus.

 

In unserer Festschrift, 700 Jahre Braunichswalde, ist die Geschichte von Braunichswalde ausführlicher dargestellt.

Zusätzlich sind in ihr Auszüge aus der Chronik von Vogelgesang enthalten.

 

Sie ist für 3,00 € im Gemeindeamt zu erwerben.