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Braunichswalde, Vorzeigedorf mit Mammutplänen

01.03.2016

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Fahrplan 2016 in: Braunichswalde.

 

Bezüglich Erfolg wird das vergangene Jahr für Braunichswalde wohl schwer zu toppen sein. Schließlich siegte die Gemeinde 2015 im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft". Noch liegt das Preisgeld von 5000 Euro auf der „hohen Kante", aber ein Teil davon ist bereits verplant: „Wir wollen unsere Gemeinde noch einmal abfliegen lassen, damit wir gute Luftbildaufnahmen haben. Unsere beiden Gewerbegebiete und der Sportplatz befinden sich bei Seelingstädt und grenzen leider nicht an unseren Ort. Anhand einer Luftbildaufnahme könnten wir uns noch besser präsentieren", versichert Bürgermeister Heinz Klügel.

Wobei der Ort bei seinen Gewerbegebieten schon ein glückliches Händchen bewies. Das Gebiet „Bahnhofstraße", ein ehemaliges Armeegelände, ist zu 100 Prozent ausgelastet – mit Bus- sowie Logistikunternehmen,Bagger-und Dachdeckerbetrieb, Ballonservice, Verkehrsleitbetrieb und Gärtnerei. Im Gebiet „Morgensonne" sind noch drei von insgesamt acht Grundstücken frei. Der langjährige Bürgermeister spricht von einem Glücksfall. „Entweder sie sind da oder nicht." Wobei: Seit 1990 unternahm das 650-Seelen-Dorf dafür Anstrengungen. Es hat sich ausgezahlt.

Ein wahres Mammutprogramm hat sich die Gemeinde für die nächsten Monate vorgenommen. Der Ort wird komplett mit Gas erschlossen, was größtenteils in diesem Jahr realisiert werden soll. Zugleich ist geplant, die Elektroenergie im Oberdorf und im Ortsteil Vogelgesang als Erdkabel verlegen zu lassen. „Dann wären wir fertig und hätten alle Elektrokabel unter der Erde", freut sich Heinz Klügel und plant noch weiter: „Im Zuge dieser Arbeiten soll unsere Hauptstraße gleich abgefräst und mit neuem Bitumen versehen werden. Wenn wir einmal dabei sind, sollten wir es ordentlich zu Ende bringen. Ich denke, wenn das jetzt nicht wird, wird es nie." Für die neue Bitumendecke plant Braunichswalde für 2016 Eigenmittel von rund 60000 Euro.

Insgesamt stehen 804 000 Euro im Verwaltungshaushalt, 356 000 Euro im Vermögenshaushalt zu Buche. „In den letzten zehn Jahren haben wir stark Kredite abgebaut. Vielleicht war dies ein Fehler", gibt Heinz Klügel zu bedenken. Denn mittlerweile sei es schwerer, Kredite aufzunehmen, da die Kommunalaufsicht nicht mehr so schnell genehmige. Die Pro-Kopf-Verschuldung konnte die Gemeinde von 1000 Euro auf aktuelle 200 Euro senken. „Leider fehlen uns dadurch die Rücklagen", bedauert Klügel.

Trotzdem ist er guter Dinge, auch den Eigenanteil für den anvisierten Umbau des Sportlerheims stemmen zu können. Gut 80 000 Euro bräuchten die Braunichswalder dafür, zuzüglich 149 000 Euro an Fördermitteln. „Bei diesem Objekt haben wir immer angestückelt, aber nie richtig gebaut." Die sanitären Anlagen sollen nun saniert werden, ein Anbau soll erfolgen. Gut angelegt wäre dieses Geld allemal – nutzen doch auch Sportler aus den Nachbargemeinden das Objekt. Insgesamt 230 000 Euro sind veranschlagt,

Stolz ist die Gemeinde auf ein reges Vereinsleben mit Heimat-, Sport- und Geflügelzüchterverein, mit vier Gartenvereinen, freiwilliger Feuerwehr und einer sehr aktiven Jagdgenossenschaft. Der Kindergarten der Gemeinde ist gut ausgelastet – und wird es sicher auch in Zukunft sein. Über sieben Babys konnte sich der Ort 2014 freuen, über zehn im Jahr 2015.

Natürlich will Braunichswalde auch gut im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" abschneiden. Denn „Thüringen verlässt sich ja auf uns."

 

Christiane Kneisel / 01.03.16 / OTZ

Z0R0014272094

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